Finanzierung24.02.2014

Keine Förderung ohne kompetente Energieberatung!

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Eine Energieberatung hilft, Einsparmöglichkeiten optimal zu nutzen. Sie ist außerdem Voraussetzung, um Fördergelder oder Kredite zu erhalten. Aber: Bisher nimmt noch nicht einmal ein Viertel der Gebäudeeigentümer vor der Sanierung eine Energieberatung in Anspruch. Woran liegt das?

Groß oder klein, alt oder neu, wenig oder viele Fenster - kein Haus ist wie das andere. Deshalb sind individuelle Maßnahmen zur energetischen Sanierung notwendig. Eine Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2012 zeigt, dass sich Haussanierer vor den Energiesparmaßnahmen zu selten beraten lassen. Noch nicht einmal ein Viertel der befragten Gebäudeeigentümer nahmen eine Energieberatung in Anspruch. Dabei ist erwiesen, dass die unabhängige Beratung eines Architekten oder Ingenieurs zu einer deutlich höheren Energieeinsparung führt.

Dazu der Bundesverband der Verbraucherzentralen: „Sanierungen sind ein komplexes Projekt, egal ob in Bezug auf das Investitionsvolumen, mögliche Fördergelder oder einzuhaltende Energiestandards. Ohne kompetente Beratung erzielt man kein optimales Ergebnis.“

Eine Energieberatung ist also wichtig. Wenn staatliche Förderungen für Sanierungsmaßnahmen in Anspruch genommen werden, ist sie auch Pflicht. In diesem Fall dürfen nur staatlich geprüfte Energieeffizienz-Experten zu Rate gezogen werden. Die Deutsche Energie-Agentur führt eine Liste von Experten, die von BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) anerkannt sind. Geprüfte Energieberater dürfen die Sanierungsmaßnahmen nicht selbst ausführen. Dadurch soll Neutralität gewährleistet werden.

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Sind Sie der Meinung, dass sich eine Energieberatung durch staatlich zertifizierte Energieexperten lohnt? Dann stimmen Sie mit „STIMME ZU“. Oder reicht eine sachkundige Beratung durch den ausführende Handwerksbetrieb? Dann stimmen Sie mit „STIMME NICHT ZU“. Diskutieren Sie mit!

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Diskussion

Dämmwahn hat seine eigenen Grenzen

In meinem Tätigkeitsumfeld habe ich stets mit Altbausanierungen zu tun. Altbau Objekte sind mit unter die
Schwierigsten und aufwendigsten Projekte an sich. Speziell wenn es sich dann noch um denkmalgeschützte
Objekte handelt. Seit nun 30 Jahren beraten wir im energetischen Sektor nach bauphysiologischen Gesichtpunkten und es scheint so, als habe man mit der Einführung der ENEV die Bauphysik neu erfunden mit den Nachteilen, daß die Gebäudesubstanz neben den geschäftlichen Gründen außer Acht
gelassen wird. Viele Gespräche, welche ich mit Energieberatern der Neuzeit geführt habe, haben gezeigt,
daß ein weniger oft viel mehr sein kann. Ich betrachte dies stets vom Standpunkt der Bauwerksschädigung
und kann nicht Alles für richtig befinden. Speziell wenn es um das Thema Taupunkt geht, werde ich in
aller Regel extrem rege.

19.05.2014 – 18:44 Uhr
E. Kotschwar Antworten

RE: Dämmwahn hat seine eigenen Grenzen

Hallo Herr Kotschwar,

herzlichen Dank für Ihre kritsichen Anmerkungen. Auch wir sind der Meinung, dass man keineswegs die Bauphysik außer Kraft setzen kann - genauso wenig natürlich den Denkmalschutz. Gefragt ist Augenmaß - und das ist leider an vielen Stellen verloren gegangen. Wir haben uns übrigens an vielen Stellen gegen die ständigen Verschärfungen der EnEV ausgesprochen. Nicht umsonst heißt unsere verbandliche Initiative "Wärmedämmung mit Augenmaß".

Viele Grüße
Dr.-Ing. Hans-Joachim Riechers
Industrieverband WerkMörtel e.V.

20.05.2014 – 11:54 Uhr
Hans-Joachim ...

Was ist kompetente Energieberatung?

Das fängt schon bei den Grundlagen an - dem Energieeinsparungsgesetz EnEG. Das fordert die Wirtschaftlich der Energiesparmaßnahme, also deren Amortisation in ca. 10 Jahren. So die Gesetzesgrundlagen - z.B. HeizkostenVO § 11 - und die einheitliche Rechtssprechung bis zum BGH. Und was bekommen wir in den Beratungsergebnissen auch der zertifiziertesten Energieberater hin und wieder zu lesen? Investition in sogenannte Energiespartechnik nach dem Motto: Koste es, was es wolle. Wirtschaftlichkeit gem. EnEG egal. Für die planenden Berufe übrigens die Haftungsfalle total. Sie schulden nämlich die Wirtschaftlichkeit und lösen durch den leichtfertig begangenen Verstoß gegen ihre immer geschuldeten Vertragspflichten unwahrscheinliche Haftungsrisiken aus, die sie über kurz oder lang - oft aus heiterem Himmel - einholen können. Entsprechende Prozesse sind am Laufen.
Und dann die Materialfrage aus bauphysikalischer Sicht. Wer von den schönen Zertifikanten weiß die irren Dehnzahlen der diversen Dämmstoff und deren Folgen für die Standfestigkeit auf Dauer auswendig? Wer nutzt dieses Wissen? Wer weiß, wie sich Dämmstoffoberflächen tatsächlich thermisch verhalten - im Strahlungsausgleich mit besonntem und nächtlichem Himmel mit Plus- und Minusgraden, die die U-Wert-Hypothesen in grausamster Weise ad absurdum führen, ebenso den Unterschied zwischen Diffusion und Kapillarsoprtion beim Trocknen von Baustoffen und ihrer Oberflächen? Wer beachtet die Folgerungen daraus auf den Taupunkt und das Absaufen?

Für kompetente Energieberatung bin ich auch. Sie muß nur geboten werden - egal, ob vom Planer oder Handwerker. Wo findet sie aber wirklich statt? Die Antwort muß sich jeder selbst geben.

03.04.2014 – 19:55 Uhr
Konrad Fischer Antworten

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