Finanzierung26.02.2015

Klappt so die Energiewende?

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Am 26.02.2015 hat der Koalitionausschuss die längst beschlossene steuerliche Entlastung für Handwerksleistungen bei energetischen Sanierungen gestoppt. Der Gebäudesanierungsbonus sollte Anreize schaffen, um die nationalen und europäischen Klimaschutzziele im Rahmen der Energiewende doch noch zu erreichen. Hat die Energiewende ohne solche Erleichterungen für Hausbesitzer eine Chance?

Eigentlich war das Milliardenpaket längst beschlossen und sollte ab Januar für fünf Jahre greifen: Hausbesitzer, die energetische Sanierungsmaßnahmen ausführen lassen, sollten rückwirkend rund 20 Prozent ihrer Kosten von der Steuer absetzen können. In der Summe rechnete das BMWi mit Kosten von ca. einer Milliarde Euro jährlich, so der SPIEGEL.

Diese Fördermaßnahmen sollten energiesparende Maßnahmen wie einen Fenstertausch, neue Heizkessel oder eine Wärmedämmung attraktiver für Hausbesitzer machen. Bedenkt man, dass 40 Prozent des Energiebedarfs in ganz Deutschland auf den Gebäudebereich entfallen, und davon über 85 Prozent auf Warmwasser und Raumwärme, so schien das Paket die Ziele der Energiewende wieder in greifbare Nähe zu rücken. Zumal steuerliche Erleichterungen im Gegensatz zu langfristigen Förderdarlehen kurzfristige finanzielle Anreize bieten und so gerade für die Eigentümer älterer Häuser interessant wären – also jene, die zum großen Teil in sanierungsbedürftigen Immobilien wohnen, wird Union-Fraktionschef Volker Kauder noch im November in der ZEIT zitiert.

Die ZEIT kommentiert am 26.02.2015 den Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer mit Verwunderung: „Überraschend ist der eigentlich von Bund und Ländern schon beschlossene milliardenschwere Steuerbonus für das Dämmen von Gebäuden vorerst gestoppt worden.” Waren sich CDU und SPD einig, legt der CSU-Politiker aufgrund eines Details sein Veto ein, so der SPIEGEL: „Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sperrte sich jedoch zuletzt dagegen, dass im Gegenzug die Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen gekürzt werden sollte: Geplant war, nur noch Leistungen anrechnen zu lassen, die mehr als 300 Euro kosten. Nun bleibt es vorerst bei den geltenden steuerlichen Regeln.”

Diese Informationen gehen aus einem Brief des SPD-Fraktionschefs Thomas Oppermann an seine Fraktion hervor. Dort weist er laut SZ auch darauf hin, dass das BMWi nun darüber nachdenke, alternativ die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW zu erhöhen. Der FOCUS hingegen titelt: „Steuerliche Abschreibung der energetischen Gebäudesanierung endgültig gescheitert - Bundesregierung im Klimaschutz handlungsunfähig”.

Und was meinen Sie? Hat die Energiewende ohne die kurzfristigen Anreize durch steuerliche Abschreibungen eine Chance? Genügen die langfristig angelegten KfW-Förderprogramme? Dann stimmen Sie mit „JA!”. Sind Sie der Meinung, dass diese Entwicklung ein schlechtes Zeichen für die deutschen und europäischen Klimaschutz- und Energieeffizienzziele ist, so stimmen Sie mit „NEIN!”.

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Diskussion

Nachsitzen erforderlich - Politik hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht!

Nur mit politischer Zustimmung im Bund und in den Ländern können bei den verunsicherten Verbrauchern den Weg pro Wärmedämmung und energetischer Gebäudeertüchtigung ebnen. Dazu braucht es bessere Anreize, die am Markt Anklang finden, denn nur hier werden die benötigten Maßnahmen umgesetzt.
Deshalb möchte ich auch auf die Statements vieler hundert zufriedener Kunden verweisen:
www.mehr-als-rauputz.de/KUNDENSTIMMEN1.whtml

02.03.2015 – 13:29 Uhr
Stephan Bacher Antworten

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