Wirtschaftlichkeit16.02.2015

Neue Heizung: Machen Öko-Auflagen Sinn?

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Bereits die Energieeinsparverordnung (EnEV) verpflichtet Hausbesitzer zum Austausch alter Heizkessel, die vor 1985 eingebaut wurden. Doch in Baden-Württemberg plant man darüber hinaus verschärfte Öko-Auflagen im Falle eines Heizungsaustausches. Kritiker meinen zudem, die geplante Gesetzesnovelle enthalte neue Dämmpflichten für Bestandsgebäude.

Am 1. Juli 2015 soll im „Ländle“ eine Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes in Kraft treten. Steht künftig ein Heizungsaustausch an, muss mindestens 15 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien kommen – zum Beispiel durch Solarthermie, Erdwärme oder auch durch das Verheizen von Biobrennstoffen. Bisher lag der vorgeschriebene Anteil nur bei zehn Prozent. Die Regelung betrifft Gebäude, die am 1. Januar 2009 bereits errichtet waren. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen im Gebäudebestand weiter zu senken.

Das Besondere: Hausbesitzer können den geplanten höheren Pflichtanteil künftig auch alternativ dadurch erfüllen, dass sie Dämmmaßnahmen an ihrem Haus vornehmen – etwa die Kellerdecke isolieren oder eine Fassadendämmung vornehmen.Dann entfällt die Pflicht, teilweise mit Ökoenergie zu heizen.

Manche Kritiker sehen in diesen Plänen der grün-roten Landesregierung die faktische Einführung einer Dämmpflicht für Bestandsgebäude. Dämmen aber sei Geldverschwendung, weil sich die Investitionen in vielen Fällen nicht rechnen würden. „Die Kosten für eine Fassadendämmung sind oft viel höher als die damit verbundenen Einsparungen bei den Heizkosten“, hieß es im Januar zum Beispiel in einem Beitrag auf „Spiegel Online“, in dem der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller interviewt wurde. Das geplante Erneuerbare-Wärme-Gesetz könnte zudem viele Hausbesitzer verschrecken – mutmaßt der Spiegel. Dann würden am Ende nicht mehr, sondern weniger Häuser saniert.

In dem Interview weist der grüne Minister den Vorwurf zurück, die Gesetzesnovelle enthalte eine Dämmpflicht. Außerdem verteidigt Untersteller die Effizienz von Fassadendämmungen. Diese rechneten sich zwar nicht von heute auf morgen, aber langfristig. „Wenn Sie herausrechnen, was Sie bei einer Fassadensanierung ohnehin ausgeben müssen, fallen die zusätzlichen Ausgaben für die Wärmedämmung nicht so sehr ins Gewicht“, gibt Untersteller zu bedenken.

Was meinen Sie? Halten Sie den Kurs der Landesregierung, beim Austausch alter Heizungsanlagen strengere Öko-Auflagen einzuführen, unterm Strich für sinnvoll? Dann klicken Sie „Stimme ich zu“. Oder lehnen Sie weitere Verschärfungen ab? Dann klicken Sie „Stimme ich nicht zu“.

 

 

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