Basiswissen28.03.2014

Dämmstoffe im Überblick

Für die Dämmwirkung sind die Dicke und die Wärmeleitfähigkeit des verwendeten Dämmstoffs von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Aspekte, die bei der Auswahl des richtigen Dämmstoffes berücksichtigt werden sollten.

Dazu zählen neben der Wirtschaftlichkeit z. B. auch das Brandverhalten, die Verarbeitbarkeit und auch ökologische Kriterien. Nachfolgend sind die klassischen Dämmstoffe für ein WDVS aufgeführt:

  • Polystyrolplatten (EPS)

Polystyrolplatten (Expandiertes Polystyrol; EPS) sind der am häufigsten eingesetz te Dämmstoff. Technisch zeichnen sich Polystyrolplatten durch ihre Unempfindlichkeit gegen Feuchte, ihre leichte Verarbeitbarkeit und ihre niedrige Wärmeleitfähigkeit aus. 

  • Mineralwolle (MW)

Mineralwolle ist ein universeller Dämmstoff, der sich besonders durch seine nicht brennbare Eigenschaft auszeichnet. Mineralwolle schützt vor Wärme und Kälte, dämmt den Schall und bietet einen optimalen Brandschutz.

  • Mineralschaum-Dämmplatten

Mineralschaum-Dämmplatten bestehen aus einem nicht brennbaren diffusionsoffenen Wärmedämmstoff, entwickelt auf der technologischen Grundlage von Porenbeton.

  • Holzweichfaser-Dämmplatten

Holzweichfaser-Dämmplatten werden aus zerfasertem Nadelholz (z. B. Fichten-, Tannenholz) hergestellt und basieren damit auf nachwachsenden Rohstoffen. Es gibt sie als Platten oder lose Holzwolle.

  • Polyurethan-Dämmplatten

Polyurethan-Dämmplatten (auch als PUR- oder PIR-Dämmstoff bezeichnet) sind ein vielseitiger und leistungsfähiger Hartschaum-Dämmstoff. Sie bestehen aus Erdöl und erreichen auch bei geringer Dicke eine gute Wärmedämmung. Häufigste Einsatzgebiete sind die Aufsparrendämmung und Flachdachdämmung.

  • Vakuumpaneele und Aerogel-Dämmplatten

Vakuumpaneele (VIP) und Aerogel-Dämmplatten sind eine hochwertige Alternative zu herkömmlichen Dämmplatten, da sie in sehr geringen Dicken verarbeitet werden und somit besonders platzsparend sind. Vakuumdämmplatten bestehen aus einem offenporigen Stützkern und einer hochdichten Hülle. Weil das Vakuum nicht beschädigt werden darf, ist eine genaue Planung und sorgfältige Verarbeitung der Dämmung erforderlich.

  • Resol-Hartschaum

Resol-Hartschaum (auch als Phenolharzschaum bezeichnet) ist ein überwiegend geschlossenzelliger, harter Schaumstoff.

  • Hanf

Hanf und auch Flachs gehören zu den Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Angeboten werden sie als Filz oder Matten und vor allem bei der Dachdämmung eingesetzt.

  • Kork

Der Naturdämmstoff Kork wird aus der Rinde von Korkeichen gewonnen. Es gibt ihn als Schüttung für Hohlräume und als Korkplatten. 

Auf fast 300 Seiten hat das Münchener Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW) in dem Forschungsbericht "Technologien und Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden durch Wärmedämmstoffe: Metastudie Wärmedämmstoffe – Produkte – Anwendungen – Innovationen" alles zusammengetragen, was Wärmedämmstoffe leisten. Die Informationen reichen über die Herstellung, welche Umweltauswirkungen sie haben, wie es um das Recycling bestellt ist, welcher Kritik sie ausgesetzt sind, wo ihr Nutzen liegt und vieles mehr. Der Bericht ist ein wertvolles Nachschlagewerk, das wichtige Fragen rund um die Dämmstoffe und WDVS beantwortet.

Wie dick muss der Dämmstoff eigentlich sein?

Die Wärmeleitfähigkeit  l ( l-Wert; gesprochen: „Lambda-Wert“) eines Dämmstoffes ist ein Kennwert für seine Dämmwirkung. Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffes, desto besser ist seine Dämmwirkung.

Für die Wandkonstruktion ist jedoch nicht nur die geringe Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffes wichtig, sondern auch die Schichtdicke. Je dicker die Dämmschicht, desto größer die Dämmwirkung. Es ist jedoch nicht so, dass sich mit einer Verdoppelung der Dämmschichtdicke auch die Dämmwirkung verdoppelt (siehe Grafik). Ab ca. 15 cm Dämm- stoffdicke wird die Wirkung nicht mehr wesentlich erhöht – viel hilft eben nicht immer viel.

Die ersten Zentimeter einer Wärmedämmung sind stets die effizientesten. Mit steigender Dicke des Dämmstoffs werden in der Regel weitere bauliche Veränderungen notwendig (Anpassung Dachüberstand, Fensterbänke, Versetzen der Fenster usw.). Das verteuert die geplanten Maßnahmen.

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