Brandschutz28.11.2014

Richtiges Verbauen und technische Maßnahmen bieten Sicherheit

Die Verwendung zugelassener Materialien und die sachgerechte Verbauung von Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) sind wichtige Elemente zum Brandschutz. Planer, Gewerke und Bauherren können mit relativ einfachen Mitteln einen nachhaltigen Brandschutz erreichen. Mit Brandschutzriegel und Sturzschutz stehen praxisbewährte Maßnahmen zur Verfügung.

Sicherheit durch Brandschutzriegel und Sturzschutz

Zur Gewährleistung eines hohen Brandschutzes sind bei WDV-Systemen mit einer Dämmdicke größer 100 mm und bis 300 mm bestimmte Maßnahmen zu treffen, um die Einordnung in die Baustoffklasse B 1 (schwer entflammbar) zu erhalten. Zwei Maßnahmen wurden entwickelt. Beide sind ebenbürtige, zulassungskonforme Schutzeinrichtungen.

Der umlaufende Brandschutzriegel

Der umlaufende Brandschutzriegel verhindert die fortschreitende Brandweiterleitung im Dämmstoff durch eine vollständige, horizontal umlaufende Unterbrechung der Dämmung. Der Riegel ist alle zwei Stockwerke in die Fassade einzubringen. Er muss aus einem im Brandfall ausreichend stabilen, nichtbrennbaren und für diesen Anwendungsfall zugelassenen Material bestehen. In der Praxis hat sich ein Mineralwollstreifen mit einer Mindesthöhe von 200 mm bewährt. Bauliche Unterbrechungen der Wärmedämmung wie Gesimse oder Balkone aus nichtbrennbaren, genügend formbeständigen Konstruktionen oder Materialien können in den Brandriegel integriert werden bzw. diesen teilweise oder ganz ersetzen.

Der Sturzschutz

Ein Sturzschutz verleiht dem Sturzbereich von Gebäudeöffnungen zusätzliche Stabilität und verhindert das Eindringen des Feuers in den Dämmstoff. Wie Brandriegel bestehen Sturzschütze aus Mineralwollstreifen. Oder es werden extra Lagen aus Glasgewebe direkt am Sturz von Öffnungen verbaut.

Anforderungen durch Bauordnungen

Materialwahl ist Brandschutz: Die Landesbauordnungen stellen abhängig von der Gebäudehöhe unterschiedliche Anforderungen an das Brandverhalten der Baustoffe.

Gebäudeart*

Anforderung Fassadensystem

Gebäude geringer Höhe: ≤ 7 m (Gebäudeklasse 1 - 3)

Normalentflammbar (B 2)

Höhere Gebäude: >7 m bis ≤ 22 m (Gebäudeklasse 4, 5)     

Schwerentflammbar (B 1)

Gebäudehöhe >22 m (Hochhäuser)

Nichtbrennbar (A)

*) Regelungen wie z.B. für Sonderbauten nicht inbegriffen. Höhe: Maß zwischen der Fußbodenoberkante des höchstgelegenen Geschosses, in dem Aufenthaltsräume möglich sind, über der Geländeoberfläche im Mittel.

Brandschutz fängt beim Bauen an

Baustellen bergen eine Vielzahl von Gefahrenquellen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) empfiehlt daher Baustellen vor dem Zugang von fremden Personen zu sichern und Brandstiftung vorzubeugen. Brennbare Materialien und Abfall sollten im ausreichenden Abstand (≥ 5 m) von Gebäuden oder in verschließbaren Metallcontainern lagern. Bei Feuer- und Heißarbeiten wie Schweißen oder Trennschleifen ist auf brennbares Material zu achten – dazu gehört beispielsweise auch Styropor. Geeignete Feuerlöscher sind grundsätzlich parat zu halten. Auch nach Feuer- und Heißarbeiten ist der Arbeitsbereich zu kontrollieren (Brandwache). 

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